Sonntag, 25. September 2011

Niobe schenkt mir mein Latinum

Nachdem ich mein zweites Latein-Jahr mit einer 5 begonnen hatte, kam ich von dieser Note nicht mehr weg. Als ich dann in der 11  meinen vierten Latein-Lehrer bekam, dachte ich, hau ich noch mal richtig rein! Mit einer genialen Nachhilfe hab ich mich dann von der 5 auf eine 2 gekämpft und mein neuer Lateinlehrer war begeistert.Unsere Latinumsarbeit bestand größtenteils aus Kreativaufgaben, wie z.B. Bilder malen, Collagen machen, Figuren plastizieren oder Gedichte schreiben. Ich habe einfach mal alle vier Aufträge gemacht!  :P

Das folgende Gedicht beschreibt die Tötung der Söhne Niobes beim Sport durch Latonas Kinder, Artemis und Apollo, aber diesmal aus der Sicht der "Bösen".
PS.: Meine Latinumsarbeit wurde mit 1+ Benotet (auch vom zweit-Korrektor) und auf dem Zeugnis habe ich eine 2 stehen! :)


Massaker auf dem Sportplatz

Mit gespannten Flitzebögen,
Hockten sie im Unterholz.
Muttern sie gehorchen mögen,
war'n sie doch ihr ganzer Stolz!

Und so warteten sie voller
Eifer auf einen Moment,
In dem sich ihr ehrenvoller
Auftrag dann erfüllen könnt.

Wachsam lugten ihre Äuglein
Zwischen Farn und Gras heraus.
Und es hatte allen Anschein,
Als wollten sie hoch hinaus!

Artemis will sich entschließen,
Hat ihr Opfer auserkoren,
Will es kurzerhand erschießen,
Mit dem Pfeil den  Leib durchbohren!

Zisch! Da saust der erste Bolzen,
Er war sicher gut gespitzt,
Und durchbohrt das Herzen des stolzen
Reiters, dass das Blut so spritzt!

Wusch! Da rauscht auch schon der zweite
Pfeil und trifft mit voller Kraft
Einen Knaben in die Seite!
Lustig sprudelt roter Saft!

Kommt ein dritter angelaufen,
Statt, dass er den Bruder härme,
Ein Pfeil, der schießt ihn übern' Haufen
Und zerreißt ihm die Gedärme!

Eh der Boden blutgetränkt,
Hat Apoll ohne erbarmen
Noch zwei Pfeil' im Ziel versenkt!
Sie war'n noch zu zweit, die Armen!

Doch das sollt' nicht lang so bleiben,
Artemis ist doch nicht faul!
So wird sie den Bolzen treiben
In den Buben auf dem Gaul,

Der so grad die Flucht ergreifen
Wollte, doch der Pfeil, der schoss
In den Kopf mit lautem Pfeifen,
Dass das Blut in Mengen floss!

Und da lebte noch der letzte,
Den es zu erschießen galt.
Artemis, voll Freude, setzte
An zum Schuss, der Bub ... "Zerteilt!"


Trieb der Bolzen eine Kluft
Mitten in die Lungenflügel
Und durchtrennte seine Luft-
Röhre! Und da war der Hügel

Blutig, doch mucksmäuschenstille,
Denn die Buben war'n nicht mehr.
Doch erfüllt Latonas Wille
War, sie liebt die beiden sehr!

(1.7.11, morgens vor der Schule)



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